
Drei Sterne? Das heißt: gehobene Ansprüche. Allerdings nicht in Mailand – dort bedeuten drei Sterne viel mehr: Na gut, wenn Sie sich kein 4-Sterne-Hotel leisten können, dann übernachten sie eben dort, wo es drei Sterne gibt – und davon gibt es viele.
Die erste Überraschung: Mein Dreisternehotel liegt an einer Straßenkreuzung, über die zwei altertümliche Straßenbahnen ächzen. Die Zweite: Man hat keinen Lift, aber Räume im zweiten Obergeschoss. Nun ja, nun ja – man hat eben kein Luxushotel gebucht. Folgt die dritte Überraschung: Die Räume sind so hellhörig, dass man Gespräche im Nachbarzimmer verfolgen kann. Der nächste Morgen bringt an den Tag: Das Frühstück ist italienisch – na schön – aber eben sparsam italienisch, wie in der Provinz, und der Frühstücksraum ist viel zu klein. Man ist offenbar nur auf italienische Gäste eingestellt – schade eigentlich, denn mein Hotel wurde über einen namhaften deutschen Hotelvermittler gebucht.
Wäre hier nicht Italien, wären die Menschen nicht allzeit freundlich und hilfsbereit, ja dann – man könnte verzweifeln. Also sollte Sie mal nach Mailand kommen: Buchen Sie eine Nacht weniger (in drei Tagen sollten Sie alles gesehen haben, was Sie sehen möchten und alles gekauft, was sie kaufen wollten) – und nehmen Sie wenigstens ein Viersternehotel.