
Oslo ist eine der teuersten Städte Europas – und wer dort übernachten will, muss kräftig Geld hinlegen. Ich folgte gerade einer Empfehlung des "Hotels 33", das jüngst als eines der besten Designhotels weltweit bezeichnet wurde – schön und gut. Aber der Preis? Bei hotel.de hätte ich das Hotel für zwei Personen zum Preis von etwa 110 Euro buchen können, was bei der Lage des Hotels und der Anzahl der Sterne (zwei laut Hotel.de, vier nach Eigenangaben) an der Obergrenze des erträglichen liegt. Was mir an den Hotelangaben außerdem missfiel: Die Angabe des Hotels, 10 Autominuten von Oslo City entfernt zu sein, denn nach Oslo city sollte man eigentlich überhaupt nicht mit dem Auto fahren, sondern mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Es herrscht Mautpflicht in der City. Originaltext der deutschen Botschaft Oslo: "In den Städten Oslo und Bergen ist die Bezahlung der Maut nur noch mit einem elektronischen Sender (Autopass) möglich."
Für mehr als 20 Euro weniger hätte ich bereits (nach hotel.de-Rechnung) ein Viersternehotel bekommen können (Soroa Moria, das Hotel liegt allerdings ziemlich am Rand von Oslo in Höhenlage) , und für 10 Euro weniger sogar ein Fünfsternehotel (das Hotel Bristol, das zentral liegt). Mein Lieblingshotel "Thon Vika Atrium" ist inzwischen in einer Preisklasse gelandet, die ich im Vergleich zu dem, was geboten, wird, für nicht mehr akzeptabel halte. Ich habe den Preistest übrigens für zwei unterschiedliche Perioden wiederholt – und immer erschienen mir das "Soroa Maria" und das "Bristol" als die bessere Wahl.
Fahrzeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Oslo City: Soroa Moria ca. 35 Minuten, das Bristol liegt bereist in der City, zum Hotel 33 ca. 12 Minuten).
Generell lässt sich sagen: Designerhotels liegen zwar im Trend, sind aber eigentlich keine: Denn interessanter ist, ob das Ambiente zum Haus und der Umgebung passt – mit anderen Worten: Aufgekleisterte Architektur und Kulissen ersetzten nicht den Charme echter Gastlichkeit in einer gewachsenen Umgebung. Insofern wird man sich immer die Frage stellen müssen, ob Designerhotels einen Fortschritt oder einen Rückschritt in der Hotellerie darstellen.
Oslo für Anfänger: Hier.
Bild: Hotel Bristol, Oslo, PR-Foto