abgelegt im Archiv
Hotelgeflüster
von sehpferd am 17.12.08
Gerade steigt eine ältliche Dame im Pelz aus dem Aufzug, wendet mir den Kopf zu und strahlt wie ein junges Mädchen. Ich bin gewohnt, zurückzulächeln - und dies ist für mich wirklich das Schlüsselerlebnis in den Hotels dieser Welt - wird man angelächelt? Natürlich handelte es sich um einen Gast - und zwar von derjenigen Sorte, die nun wirklich nicht lächeln müssen, sondern dies tun, weil ihnen ein Gesicht gefällt - und weil sei denken, dass Fröhlichkeit und Liebenswürdigkeit nichts kostet, sondern beschwingt.
Ich wäre wirklich froh, wenn sich dies beim Hotelpersonal herumsprechen würde. In sehr vielen Ländern - unter anderem in Norwegen, Schweden und leider auch manchmal in Ungarn - herrscht die Sitte, die Tätigkeit im Hotel als einen "reinen Job" zu betrachten.
Ein Beispiel aus Schweden: Auf den Hinweis an eine Dame, die offenbar für das Frühstücksbüfett zuständig war (4-Sterne-Hotel, stolze Preise), dass an die verschiedenartigen Heringe je eine Gabel gehöre, aber ich nicht eine Einzige vorgefunden habe, wird mir patzig beschieden, ich "wisse ja wohl als ständiger Gast, wo die Gabeln seien". Der Hintergrund ist "echt schwedisch" - man will nicht "Personal" sein, man ist eine Person - und eine Person bedient eigentlich keine anderen Personen - und wenn schon, dann eben mit der Attitüde, es eigentlich gar nicht nötig zu haben.
Die Manager internationaler Hotels können garstige Lieder davon singen - nicht nur in den genannten Ländern. "Das Hotel ist mein Arbeitsplatz - und sonst gar nichts" taugt aber nichts als Auffassung. Wer in einem großen, renommierten Haus arbeitet, der muss eben auch einmal bedienen - und bedienen heißt oft, die eigene Persönlichkeit hinter den Wünschen des Gastes zurückzustellen.
Ich wäre wirklich froh, wenn sich dies beim Hotelpersonal herumsprechen würde. In sehr vielen Ländern - unter anderem in Norwegen, Schweden und leider auch manchmal in Ungarn - herrscht die Sitte, die Tätigkeit im Hotel als einen "reinen Job" zu betrachten.
Ein Beispiel aus Schweden: Auf den Hinweis an eine Dame, die offenbar für das Frühstücksbüfett zuständig war (4-Sterne-Hotel, stolze Preise), dass an die verschiedenartigen Heringe je eine Gabel gehöre, aber ich nicht eine Einzige vorgefunden habe, wird mir patzig beschieden, ich "wisse ja wohl als ständiger Gast, wo die Gabeln seien". Der Hintergrund ist "echt schwedisch" - man will nicht "Personal" sein, man ist eine Person - und eine Person bedient eigentlich keine anderen Personen - und wenn schon, dann eben mit der Attitüde, es eigentlich gar nicht nötig zu haben.
Die Manager internationaler Hotels können garstige Lieder davon singen - nicht nur in den genannten Ländern. "Das Hotel ist mein Arbeitsplatz - und sonst gar nichts" taugt aber nichts als Auffassung. Wer in einem großen, renommierten Haus arbeitet, der muss eben auch einmal bedienen - und bedienen heißt oft, die eigene Persönlichkeit hinter den Wünschen des Gastes zurückzustellen.
Permalink: Von der Kraft des Lächelns
Trackback: http://publish.creative-weblogging.com/publish/mt-tb.pl/139734
Wong
Stimmen Sie ab für Von der Kraft des Lächelns:
|
Dieser Eintrag wurde mit: 7.50 Punkten (von 4 Stimme(n) insg.) bewertet.
|
Abonnieren
Suchen Sie nach weiteren Artikeln
| RSS | Alle Abonnements sehen |
|
Was ist RSS? | |
| Yahoo! |
|
| MEIN MSN |
|
| Bloglines |
|
| Newsletter | |
| Followen Sie uns bei Twitter! |
















